…Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein. So heißt es in dem alt bekannten Volks- und Kinderlied aus dem 19. Jahrhundert. Und wie arbeiten Handwerker heute? In unserem Themen-Spezial stellen wir verschiedene Betriebe vor, die aus ihrem Alltag berichten. Das besondere daran: Diese Unternehmen sind nicht nur fleißige Handwerker, sie sind auch tüchtige Blogger. Wir haben uns mit ihnen unterhalten und nachgefragt: Wie funktioniert das eigentlich mit dem Bloggen im Betriebsalltag? Zwischen hobeln, Kuchenteig ausrollen, Rechnungen schreiben auch noch schnell einen Beitrag posten? Die vorgestellten Firmen zeigen wie es geht und verraten Tipps und Tricks.
Heute im „Handwerker-Porträt“ Joachim Buck von Traditionell bauen
Joachim Buck aus Auetal in Niedersachsen ist Tischler und arbeitet leidenschaftlich gern in seiner Tätigkeit als Bausanierer. Der 45-jährige ist seit über 20 Jahren selbstständig, seit 10 Jahren betreibt er seine „Kreativschmiede“ Traditionell bauen. Hier arbeitet er nach ganz bestimmten Prinzipien.
Herr Buck, was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen und wie kam es dazu?
Nach meiner Ausbildung habe ich einige Jahre auf Montage gearbeitet, bevor ich den Schritt wagte, im Bereich der Wasser-Brandsanierung selbstständig tätig zu werden. Daraus entstand ein Bauunternehmen, dass in Zusammenarbeit mit anderen Dienstleistern schlüsselfertige Häuser anbot und errichtete. Die Tischlerei lief eher nebenbei. Irgendwann erkannte ich, dass die Industrie sehr stark mit ihren Produkten versucht, den Handwerkern und damit auch dem Endkunden ihren Stempel aufzudrücken. Einige Beispiele dafür sind die zwar normgerechten und dem Stand der Technik entsprechenden, aber bedenklichen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), kunststoffverschnittenen Farbsysteme oder die vergifteten Putze. Der Handwerker heute ist oft kein Handwerker mehr im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Handlanger für die Industrie, die ihre Produkte auf Kosten des Kunden testen lässt. Mir hat die Natürlichkeit der Baustoffe bei der Arbeit gefehlt. Ich wollte meinen Kunden einfach mehr bieten als das, was die Industrie einheitlich hervorbringt.
Und so kam die Idee auf, eine kleine aber feine „Kreativschmiede“ zu gründen mit dem Namen Traditionell bauen…
Genau so war es. Ich habe große Freude im Umgang mit Naturprodukten ohne Zusatz von giftigen Stoffen. Mir geht jeden Tag aufs Neue das Herz auf, wenn ich das Holz spüre, rieche und bearbeite. Die Einzigartigkeit dieses Materials ist unschlagbar.
Das wissen Ihre Kunden sicherlich sehr zu schätzen?
Unbedingt, deswegen kommen sie zu mir. Ich nenne das Kind beim Namen und vertrete deutlich meine Standpunkte. Gern berate ich und lasse individuell anfertigen, meinen Prinzipien bleibe ich aber treu. Mein Motto ist: Halbe Sachen können andere besser. Nicht jeder versteht das. Es kann durchaus sein, dass ich einen Auftrag nicht annehme, wenn meine potenzielle Kundschaft und ich nicht zusammen passen.
Seit über zwei Jahren berichten Sie aus Ihrem Alltag in Ihrem Firmenblog Schreiner-Blog, wie kam es dazu?
Der Blog entstand aus meiner Liebe zum Handwerk und der Begeisterung für den natürlichen Werkstoff Holz. Hier berichte ich über Projekte, freue und ärgere mich über Erlebtes, teile meine Gedanken und Erfahrungen mit. Dabei raspel ich aber nicht nur Süßholz.
Was meinen Sie genau, können Sie ein Beispiel nennen?
Sicher, lesen Sie meinen Beitrag Flickschusterei. Ich habe ein altes Mauerwerk entdeckt, in dem eine offene Stelle mehr oder weniger sachgerecht bearbeitet wurde. Der Unterschied zwischen sachgerecht und fachgerecht ist deutlich zu erkennen. Es stimmt mich traurig, wenn ich manches Mal sehe, wie unbedacht schöne alte Bausubstanz mit nicht adäquaten Materialien in Stand gesetzt wurde. Nur ein wenig Recherche hätte genügt und die Mauer hätte fachgerecht ausgebessert werden können, denn historische Baustoffe sind keine Mangelware. Ein interessierter Leser meldete sich auf meinen Beitrag hin und ich konnte ihm mit diesem Tipp weiterhelfen.
Ihre Beiträge erzeugen also Aufmerksamkeit. Gibt es auch Kunden, die Ihnen über den Blog Aufträge zukommen lassen?
Ja, erst kürzlich rief mich jemand an und wollte den abgebildeten Schrank aus massivem Buchenholz nachbauen lassen.
Viele Unternehmen wissen noch nicht so richtig, wie sie Blogs, Twitter, Facebook und Co. einsetzen können. Haben Sie gute Tipps?
Schreiben Sie ganz nach Lust und Laune, die Beiträge sollten nicht erzwungen oder übermäßig werbewirksam erscheinen. Die private Note finde ich wichtig, authentisches wird gern gelesen. Glaubwürdiges Auftreten im Internet allein reicht aber nicht – den Worten müssen Taten folgen können. Wer das nicht befolgt, landet nicht nur mit seinem Blog ganz schnell auf dem Abstellgleis.
Herr Buck, wir danken Ihnen für das Gespräch.
Joachim Buck von Traditionell bauen im Internet:
www.joachim-buck.de
www.traditionell-bauen.de
http://schreiner-blog.blogspot.com/
Machen Sie mit:
Sind Sie ein begeisterter Handwerker 2.0 oder eher nicht? Stimmen Sie bei unserer Umfrage auf der rechten Seite ab.
Sie möchten Ihr Unternehmen und Ihren Firmenblog in dieser Reihe vorstellen? Dann wenden Sie sich an presselexware@haufe-lexware.com
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:







Diskutiere online mit uns in der
Dieser Herr Buck scheint sich klar zu sein, was er seinen Kunden an Besonderheiten bietet, warum und welche Kunden gerade ihn beauftragen sollten. Vielen Handwerkern ist das (noch) nicht so klar, denke ich. Und so entscheidet zu häufig der Preis über Auftrag oder Nicht-Auftrag.
[...] CIO Expectations?Weihnachtsgeschenke: Geschenkideen für Mitarbeiter, Kollegen und Kunden (Teil 1)Wer will fleißige Handwerker sehen… #header { padding-top: 10px; padding-bottom: 10px; padding-left: 2%; text-align: left; } #header [...]
[...] Wer will fleißige Handwerker sehen [...]