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Die Ehefrau als „Steuersparmodell“?

Sie sind Alleinunternehmer und haben hoffentlich Ihre Ehefrau oder Lebensgefährtin bei sich angestellt? Dann können Sie sich und ihr eine Reihe steuerlicher Vorteile verschaffen. Dabei ist es egal, ob Ihre Frau oder Partnerin voll oder auf 450-Euro-Basis bei Ihnen tätig ist.

Auch wenn Sie weitere Mitarbeiter beschäftigen, können Sie ihnen manchen steuerbegünstigten Vorteil zugute kommen lassen. Das ist meist sinnvoller als eine Gehaltserhöhung. Es gibt viele Möglichkeiten, Leistungen steuer- und sozialversicherungsfrei an Mitarbeiter – und mithin auch an die mithelfende Ehefrau oder Partnerin – zu erbringen.

Beim „Sparmodell Ehefrau“ kommt es darauf an, Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden, das bei solchen Beschäftigungsverhältnissen zunächst erst einmal ein illegales Steuersparmodell vermutet.

So vermeiden Sie Ärger mit dem Fiskus:

Um Vergünstigungen an den Ehepartner „steuerfest“ zu machen, sollten Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Schließen Sie mit Ihrer Partnerin ernsthafte und eindeutige Arbeitsverträge,
  • die Partnerin muss wirklich mitarbeiten,
  • es darf keine Sonderbehandlung gegenüber anderen Angestellten geben,
  • Vergütung und freiwillige Arbeitgeberleistungen müssen im üblichen Rahmen bleiben, also kein überhöhtes Gehalt vereinbaren ( Finanzamt geht hier von Privatentnahme aus),
  • das Gehalt muss wirklich ausgezahlt, am besten auf ein alleiniges Konto der Partnerin überwiesen werden.

Folgende neun attraktive Nebenleistungen und lohnsteuerfreie Arbeitgeberleistungen sind steuerlich unbedenklich:

1. Geschenke und Aufmerksamkeiten,
2. Betriebsveranstaltungen,
3. Belegschaftsrabatte,
4. Waren- und Tankgutscheine,
5. Überlassung eines Laptops bzw. Computers,
6. Gesundheitsförderung,
7. Essenszuschüsse,
8. Kindergartenzuschüsse, Kinderbetreuungskosten,
9. Fahrtkostenerstattung.

Geschenke und Aufmerksamkeiten: Wenn Sie Ihrer Partnerin in ihrer Eigenschaft als Mitarbeiterin als Chef zum Geburtstag, zu Weihnachten oder aus anderem Anlass etwas schenken, so sind diese Zuwendungen bis 40 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Solche Sachgeschenke (z.B. Blumen, Tonträger, Bücher ) aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses können auch mehrfach im Jahr gewährt werden.

Betriebsveranstaltungen: Unternehmen Sie doch mal mit Ihrer Ehefrau einen Betriebsausflug oder Kurzurlaub und lassen sich die Kosten über die Steuerersparnis teilweise vom Finanzamt zahlen.

Der steuerlich anerkannte Höchstbetrag liegt bei 110 Euro (einschließlich der Umsatzsteuer!) pro Arbeitnehmer und Veranstaltung und ist für den Mitarbeiter (hier die Ehefrau) lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Es sind allerdings nur zwei Veranstaltungen im Jahr begünstigt.

Belegschaftsrabatte: Als Arbeitgeber überlassen Sie Ihrer Partnerin verbilligte Waren und Dienstleistungen aus Ihrem Betrieb, die gegen Entgelt erbracht werden. Diese Preisvorteile dürfen nicht mehr als 1.080 Euro pro Jahr betragen.

Waren- und Tankgutscheine: Warengutscheine, die beim eigenen Arbeitgeber einzulösen sind, sind begünstigter Sachbezug und werden wie Belegschaftsrabatte behandelt.

Warengutscheine, die bei einem Dritten einzulösen sind, sind nur dann steuerlich begünstigt, wenn arbeitsvertraglich vereinbart ist, dass ausschließlich Anspruch auf eine Sache und kein Wahlrecht auf Barlohn besteht.

Tankgutscheine bleiben bis zu einem Betrag von maximal 44 Euro im Monat nur dann steuer- und abgabenfrei, wenn darauf die Tankstelle sowie Art und Menge des Treibstoffs angegeben ist.

Überlassung eines Laptops oder Computers: Die Telekommunikationsgeräte müssen Eigentum des Arbeitgebers sein, um steuersparend berücksichtigt werden zu können. Überträgt der Arbeitgeber einen Computer oder Zubehör in das Eigentum seiner mitarbeitenden Ehefrau, ist eine Pauschalbesteuerung mit 25% möglich.

Gesundheitsförderung: Für Ihre im Betrieb mitarbeitende Partnerin können Sie bis zu 500 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung aufwenden. Das gilt nicht nur für innerbetriebliche Aktionen, sondern auch für extern durchzuführende Maßnahmen ( z.B. Kursus zur Stressbewältigung oder Raucherentwöhnungskurs).

Essenszuschüsse: Sie sind eine Möglichkeit, zusätzlich an Ihre Partnerin und Mitarbeiterin steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendungen zu erbringen. Die Handhabung mit Essensgutscheinen bei bestimmten Restaurants oder Catering-Services ist allerdings sehr umständlich.. Holen Sie stattdessen lieber eine sog. Anrufungsauskunft (nach §42e EStG) beim zuständigen Finanzamt ein.

Kindergartenzuschüsse, Kinderbetreuungskosten: Bei Paaren, bei denen beide Elternteile erwerbstätig sind, besteht steuerliche Abzugsmöglichkeit bei den nachzuweisenden Kosten für Unterbringung von Kindern in Kindergärten, -horten, -tagesstätten und -krippen sowie bei Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Kinderschwestern und Hilfen zur Beaufsichtigung.

Fahrtkostenerstattung: Für Fahrkostenerstattung oder -zuschuss bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz mit dem eigenen PKW kann der Arbeitgeberbei Freiheit von Sozialabgaben und Lohnsteuer der Partnerin die Aufwendungen pauschaliert mit 15% übernehmen. Er kann der Partnerin auch eine Monatskarte für den öffentlichen Personennahverkehr überlassen. Lohnsteuerfreiheit besteht, wenn der monatliche geldwerte Vorteil 44 Euro nicht übersteigt.

Fazit:

Solche geldwerten Vorteile sich für die mitarbeitende Partnerin wie auch für den Arbeitgeber attraktiv.

 

Titelfoto: I.Friedrich, pixelio.de

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Kategorien: Finanzen & Steuern, Soziales & Familie

Kommentar (1)

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  1. M M sagt:

    Sie gehen davon aus, dass der Mann der Chef ist! Hallo, sind wir hier im Jahr 2013?