Social Media Monitoring — ein Begriff, den man sicherlich auch im Buzzword-BINGO findet. Der Begriff Social Media ist in Fachkreisen fast schon ein bisschen überstrapaziert. Lassen Sie sich davon nicht irritieren. Auf jeden Fall ist das Monitoring von Social Media auch ein Geschäftsmodell für unsere lieben oder weniger lieben Berater, um Ihnen, unwissende aber neugierige Selbstständige, Dienstleistung zu verkaufen. Darum sollten Sie sich mit Social Media Monitoring auskennen. Bevor Sie etwas buchen oder kaufen. Egal, wie aktiv sie schon im Social Web sind. Sobald Sie mit Ihren Angeboten auf den Markt gehen, ist es soweit.

Wissen Sie eigentlich, wie Sie Ihre Social Media-Aktivitäten wirklich beurteilen sollen? Nicht? Ein bisschen? Gar nicht? Macht nix! Hier die wichtigsten Eckdaten:

Begriffserklärung und Maßnahmen: 
peugeotZusammensetzung aus Social Media und Monitoring. Die systematische Beobachtung und Analyse von Social Media Beiträgen. Das Monitoring soll kontinuierlich ausgeführt werden und Erkenntnisse bieten, die für ein Kommunikations-Konzept beziehungsweise der Modifikation des Konzepts dienlich sind.

Ebenso ist es wichtig, negative Schwingungen (auch genannt Shitstorm) möglichst so frühzeitig zu erkennen, dass großer Schaden abgewehrt werden kann. Positive Erwähnungen können — und sollen!  — unterstützt, kommentiert und gelobt werden. Siehe das Beispiel bei Twitter (Screenshot).

Andere Bezeichnung, die dasselbe meint: Social Media Listening.

Was wird beobachtet und analysiert?
Social Media Beiträge und Dialoge aller Art in Netzwerken, in denen man als Firma (Selbstständig oder Unternehmen) aktiv ist. Ebenso in Kanälen, in denen man nicht aktiv ist. Das können sein:

  • Facebook (überall + eigene FB-Page)
  • Twitter (überall + Replies, Retweets, Favs)
  • Google+ (überall + Markierungen)
  • XING (Gruppen + Timeline Startseite)
  • LinkedIn (Gruppen + Timeline Startseite)
  • Blogs, auch das eigene! (Links, Erwähnungen, Kommentare)
  • Öffentliche Communities
  • Bewertungsplattformen
  • Diskussionsforen und Newsgroups

Ziel und Zweck von Social Media Monitoring:
Einen übersichtlichen Einblick und Überblick in die diskutierten Themen und vor allen Dingen zu Meinungen aus den unterschiedlichen Netzwerken zu erlangen.
Das Monitoring ist ein fortlaufender Prozess, im Gegensatz zur einmaligen Social Media Analyse.
Dabei wird die Marke an sich, die Produkte und/oder die Dienstleistungen sowie möglicherweise der Support berücksichtigt. Das Social Media Monitoring geht also über die übliche Webanalyse hinaus. Ist eher als ein wichtiger Teilbereich zu sehen. Denn nur, wenn Sie wissen, was über Sie gesprochen wird, können Sie Ihre Dialoge überprüfen, anpassen, verbessern und damit erfolgreicher kommunizieren. Denn gesprochen wird sowieso über Sie. Das können Sie gar nicht verhindern. Sollten Sie auch nicht, denn nur durch Gespräche erfahren Sie Dinge, die auch der x-te Feedback-Bogen oder eine telefonische Zufriedenheitsbefragung nicht ans Tageslicht bringen.

Und (wie oben erwähnt) können Sie auf positive und negative Bemerkungen reagieren. Allein die Reaktion innerhalb einer angemessenen Zeit bringt Ihnen Pluspunkte. Dann müssen Sie nur noch das richtige sagen. Wie sie vorgehen, erklären die 8 Schritte zur Bekämpfung des Shitstorms vom Personalmarketing Blog.

Die Tools, die Werkzeuge:

Als Freiberufler/in möchte man in der Regel nicht viel Geld ausgeben und auch als solvente Firma möchte man erst testen. Achten Sie immer darauf, ob es eine „Probier-Phase“ gibt. Und beachten Sie, dass Sie nicht automatisch einen Premium-Account „erwerben“, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen.

Google-Alerts und Google-Analytics
Das erste, woran man denkt, ein Dinosaurier unter den Angeboten. Ist nicht verkehrt, aber so bekommt man wirklich nur, was Google mitbekommt, also quasi die Suchergebnisse. Man spart sich das Eintippen ins Suchfeld. Für ein Langzeit-Tracking habe ich mal ganz gute Ergebnisse bekommen. Kostenlos, kann man laufen lassen.
http://www.google.de/alerts

Google-Analytics kann dann dazu genutzt werden, um zu sehen, wer auf die Beiträge auf einer Website oder im Blog verlinkt hat (Trackbacks). Dort sollte man nach den Inhalten mal schauen. Ebenso gibt es den Punkt „Soziale Netzwerke“, so dass man eine quantitative Übersicht bekommt.
http://www.google.com/intl/de/analytics/

Socialmention
socialmentionDie Suche, die über mehrere Netzwerke und Plattformen läuft. Normalerweise kann man die Ergebnisse auch als E-Mail bekommen. Zurzeit ist der E-Mail Dienst deaktiviert. RSS-Feed-Abo und Export als CSV ist möglich. Suchergebnisse sind (für mich) so „Lala“. Soweit bisher kostenlos.
http://www.socialmention.com

shitstormalarm.io
Es sind mir auch Tools über den Weg gelaufen, die ich noch nicht getestet habe. Thomas Hutter hat einen Artikel geschrieben, in dem er shitstormalarm.io vorstellt. Ich habe mich gerade registriert, kann also noch nicht berichten. Für eine Facebook-Page ist der Dienst kostenfrei. Der kostenpflichtige Bruder heißt dann übrigens swat.io und überwacht Facebook, Twitter und Google+

erwaehnung / mentions
mentionMein meistgenutztes Social Media Monitoring Tool. Beinhaltet auch nicht alles, aber zeigt sehr gut, wo man erwähnt wird.
Restriktion in der Anzeige der Suchergebnisse. Kostenlos sind 3 Alerts und 500 Mentions oder mehr über Empfehlungen. Ein Upgrade kostet 15,90 Euro im Monat. Auch ein Multiuser-Plan wird angeboten (79,50 Euro/M.).

Such-Tools

Twitter-Suche mit übersichtlicher Ergebnisseite:
http://www.twazzup.com

Facebook-Suche, besonders bei Trends. Einzelsuchen oftmals ohne Ergebnisse.
http://www.facebook-trends.de/

Foren-Suche mit Aktivitätsgrafik. Natürlich nur öffentliche, die ohne Login gelesen werden können
http://boardreader.com

Übergreifende Suche:
http://www.icerocket.com

Linktipps

Kostenlose Social Media Monitoring Tools von Christine Heller und Tim Krischak
Monitoring mit Sparks- Einführung in  Google+ von Annette Schwindt
Social Media Monitoring Tools eine wachsende Liste von Mag.phil. Wolfgang Gumpelmaier
Einfach und kostenlos: Social Media Monitoring Tools von Matthias-M. Pook
Social Media Monitoring von Stefanie Aßmann – einfach als Blogtipp!

Und wer es dann endlich richtig „krachen“ lassen kann, der bedient sich Tools wie Brandwatch (ab 600,- Euro/Monat). Leseempfehlung sind auch die Blogartikel (für jedermann!). Beispiel gefällig? Es geht ein #hach durch Deutschland … Hach ja, bin ja gespannt, ob Brandwatch das „auf den Schirm“ bekommt, dass ich über sie schreibe. Naaaa? Bitte einen Kommentar, hinterlassen, ja?!

Kommentare

  1. Hallo Nicole,

    vielen Dank für die umfassende Übersicht zum Thema „Social Media Monitoring“ und natürlich auch für die Erwähnung 😉

    Schöne Grüße,

    Stefan vom Brandwatch-Team

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