Ist die Integration von Social Media für jeden Online-Auftritt geeignet und ein Allheilmittel? Sicherlich nicht. Also nicht in jedem Fall um jeden Preis überall. Wenn ich bei einer kleinen Internetpräsenz mit insgesamt 5 Menüpunkten beim Kontaktformular (Aufruf des 4. Menüpunkts) einen Facebook-Like Button sehe, dann muss ich schmunzeln.  Warum sollte jemand bei einem Formular „Like“ oder „Gefällt mir“ (beide Varianten bedeuten dasselbe) klicken? Aber warum bloß fehlen die Buttons, wenn auf einer kleinen Website zum Beispiel ein hilfreiches PDF mit tollen Tricks kostenlos zum Download angeboten wird? Das muss sich ändern!

Wo genau sollen die Buttons mit Facebook, Twitter, Google+, XING und LinkedIn und weiteren Empfehlungen zum Teilen nun hin? Wie binde ich die Social Media Buttons ein? Diese beiden Fragen werden hier beantwortet.

Eine Selbstanalyse der eigenen Kommunikation nebst Strategie steht nun an erster Stelle. Wie bewege ich mich im Social Web und was habe ich für Publikationsmöglichkeiten? Noch ganz wenig, ganz am Anfang? Kein Problem. Auch wenn Sie meinen, dass Sie als Selbständige/r mit Ihrem Ein-Mann/Frau-Buchhaltungs-Service, den sie Selbstständigen und kleinen Firmen anbieten, nicht ins Social Web gehören, dann lesen Sie erstmal — zwischendurch oder nach diesem Artikel —  Spannende Social Media Inhalte für langweilige Unternehmen.

Sie wollen immer noch nicht bloggen oder auf keinen Fall eine Facebook-Page? Wenn Sie davon felsenfest überzeugt sind, dann lassen Sie es auch. Oder schauen sich erstmal in Ruhe gute Beispiele an. Vielleicht kommt der Appetit beim Essen. Währenddessen können Sie aber sogar schon etwas für Ihre Firmen-Website tun. Die haben Sie ja, richtig?

Kleine Website und kein Social Media Auftritt

Durchforsten Sie Ihre kleine Website nach Tipps und wertvollen Inhalten. Diese Seiten (vielleicht sogar noch statisch in HTML-gestrickt?) notieren Sie sich, wenn Sie einen Mehrwert erkannt haben. In diese Seiten — und nur dort! — setzen Sie die Buttons ein, die Sie gern verwendet haben möchten. Auch hier ist weniger mehr. Überlegen Sie sich genau, wo Ihre Inhalte zum Teilen am besten aufgehoben sind. Social Media Buttons von wenig oder ungenutzten Plattformen (in Deutschland) sollten Sie nicht anbieten. Das verwirrt nur.

Sie können also auch ohne eigene Facebook-Page auf Facebook erscheinen, ohne Twitter-Account auf Twitter, auf Google+ usw. — in Form einer Linkempfehlung. Indem jemand Ihre hilfreiche Seite „Support“ (3. Menüpunkt) verlinkt und damit diese Internetadresse teilt. Sie wissen ja, auch ohne eigenes Zutun könnte man im Social Web über Sie sprechen. Nun geben Sie Ihren Besuchern die Möglichkeit an die Hand. Vielleicht gibt ja jemand erst durch die Präsenz eines Social Media Buttons die Info weiter? Wer weiß … probieren Sie es aus. Sie können dabei an sich nichts verlieren, außer der Zeit, die Sie vorher Überlegen (was und wo) und dann zum Einbinden der Buttons (wie) brauchen.

Website und Facebook-Page/Twitter Account/Google+

Social NetworksDoch vielleicht sind Sie ja schon mit einer Facebook-Page und/ oder einem Twitter-Account beschäftigt und haben dennoch eine relativ statische Website für Ihre Firma? Auch hier gibt es Möglichkeiten, um diese Publikationsformen zu verbinden. Nehmen Sie den Tipp von oben und binden Sie die Social Media Buttons an den richtigen Stellen in Ihrer Website ein. Denken Sie daran, dies bewusst bei interessanten Seiten und nicht wahllos zu tun.

Desweiteren achten Sie darauf, dass Sie auf Ihrer Website kommunizieren, dass Sie auf Facebook/Twitter/Google+ zu finden sind. Eine pauschale Aussage zu treffen ist da sehr schwierig, was passt und gut aussieht. Möglichkeiten gibt es einige: Sie bestücken die Startseite mit den Linkhinweisen zu Ihren aktiven Accounts; wenn möglich, auch auf den Folgeseiten. Wenn Sie ein Content-Management-System — WordPress oder ähnlich — einsetzen, dann ist die Sidebar mit den Widgets ein guter Platz. Dort können Sie auch einfach HTML einsetzen. Oder Sie installieren ein Plugin, das Ihnen die Arbeit ein wenig leichter macht. Es gibt viele Möglichkeiten der Darstellung. Ob im Header (Seitenkopf), in der Sidebar (rechte oder linke Spalte) oder im Footer (am Fußende). Es gibt sogar Plugins, die ein floatendes Element (wandert beim Scrollen mit) am linken Seitenrand darstellen. Aber auch hier: achten Sie darauf, dass alles noch gut lesbar bleibt und keine Überdeckungen auftreten.

So können Sie also den Besuchern Ihrer Website mitteilen, dass es interessante und vor allen Dingen aktuelle Inhalte auf Ihren Social Networks gibt. Das bietet Ihre Website nicht, aber als Hinweisträger zu diesen Quellen ist sie hervorragend geeignet. Natürlich spricht auch nichts dagegen, wenn Sie auf neue Inhalte oder Aktualisierungen auf Ihrer Website auf den Social Networks hinweisen. Aber bitte nur wirklich, wenn es etwas „Tolles“ ist. Ich sah schon Fanpages, da postete der Redakteur immer wieder seine Startseite. Das macht natürlich keinen Sinn. Schreiben Sie auch im Social Network dazu, was neu ist. Warum es toll ist usw.

Website und Blog sowie Social Media Accounts

Sie sind schon richtig im Social Web dabei und suchen dennoch nach Optimierungs-Möglichkeiten? Verknüpfen Sie auf jeden Fall alle Publikations-Elemente sinnvoll miteinander. Alle Tipps für die statische Website aus den anderen Beispielen gelten auch hier. Zusätzlich geben Sie auch die Internetadresse und gesondert (!) den RSS-Feed des Blogs an. Ihr Bloglayout ergänzen Sie ebenso mit den Hinweisen zu den Social Networks. Vergessen Sie bitte auch nicht, auf Ihre statische Internetpräsenz hinzuweisen. Ich sehe das häufiger, dass ich erst suchen muss, bevor ich die Firmenwebsite des Blogschreibers finden. Denken Sie nicht, wenn Sie Ihre Blog-Internetadresse „blog.ihredomain.de“ nennen, das jeder weiß, dass er im wahrscheinlichsten Falle nur das „blog.“ weglöschen muss, damit er „ihredomain.de“ findet. Das erschließt sich oftmals vielen potentiellen Interessenten Ihrer Dienstleistung nicht.

Für Ihr Blog suchen Sie sich wieder die richtigen Plugins für die Sidebar aus oder verändern Ihr Theme (falls Sie fit genug sind), alternativ nutzen Sie die Widgets der Sidebar mit HTML, um die Hinweise auf Ihre Präsenzen wie Facebook-Page oder Twitter-Account etc. einzubinden.

Für das Pushen von Blogartikeln ist die Verbreitung in den Social Networks essentiell. Stellen Sie selber die Links zu Ihren Blogartikeln zur Verfügung: auf Twitter, Facebook, Google+ oder wo Sie noch aktiv sind. Achten Sie darauf, dass Sie nicht immer denselben Text nutzen, das wird schnell langweilig, wenn jemand Sie auf allen Kanälen verfolgt. Daher empfehle ich auch keine Postinghilfen, die nach Veröffentlichung automatisch alles verteilen. Machen Sie sich die kleine Mühe und entwickeln Sie unterschiedliche Hinweistexte zu Ihren Blogartikel-Links. Es lohnt sich. Wenn möglich, posten Sie in den Social Networks auch zu unterschiedlichen Zeiten, nicht alles auf einmal, sondern etwas zeitversetzt.

Die Social Media Buttons in Ihrem Blog bekommen nun eine weitere Bedeutung, denn wenn Sie z. B. ein Facebook-Posting mit Ihrem Link (ohne ein hochgeladenes Foto im selben Posting, da wird nur das Foto berücksichtigt!) veröffentlichen, dann zählt der Zähler im Blog mit. Auch wenn Sie auf Facebook ein „Like“ bekommen und nicht direkt auf Ihrem Blog. Dann wird es sich auch ergeben, dass Ihre Besucher, die Ihren Blogartikel lesen, schnell mal den Twitter-Button oder den Sharing-Button von Facebook oder Google+ nutzen. Machen Sie es Ihren Lesern so einfach wie möglich, dass sie etwas teilen können. Meistens haben die wenigsten viel Zeit und Lust, um die Internetadresse des Blogartikels hin und her zu kopieren.

Jetzt fragen Sie bestimmt, was der Unterschied zwischen einem „Like-“ (= Gefällt mir) und einem „Sharing-Button (=Teilen)“ ist. Zu Recht! Der Sharing-Button wird von Facebook offiziell nicht mehr unterstützt. Die Dokumentation ist nicht mehr auffindbar. Nutzbar ist der Sharing-Button — bisher — nach wie vor. Sharing heißt, dass die Leser Ihren Artikel dann auch wirklich in Ihrer Timeline posten. Damit erhöht sich die Sichtbarkeit logischerweise. Auch hier zählen die Likes vom Fremdposting immer mit. Es ist also ein sehr gutes Mittel, um den eigenen Artikeln mehr Sichtbarkeit verleihen zu lassen. Warum ich fürs Weitersagen nach Facebook den Sharebutton vorziehe, erklärt uns Annette Schwindt, auch gleich mit einer Anleitung, Linktipps und Rechtshinweisen (siehe auch folgender Kasten).

Weitere Tipps, wie das alles geht, welche Tools, Codes und Plugins nötig sind, im zweiten Teil!

 

Wie binde ich die Social Media Buttons ein?

Jetzt wird es etwas technischer, nachdem wir die nützlichen und empfehlenswerten Seiten der Social Media Buttons betrachtet haben.

Betrachten wir zuerst die Methoden, die für statische Websites geeignet sind. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass man die Anleitung auch für Content-Management-Systeme nutzen kann:


Ab hier ein paar Tipps zu Plugins für WordPress:


Und dann haben wir noch ein Negativbeispiel. Bitte nicht nachmachen!

Das war nun ganz schön viel Information auf einmal über die Möglichkeiten, wie die Verbreitung von Inhalten über Social Media Buttons möglich ist. Es gibt sicherlich noch viel mehr Blogartikel und weitere Tipps, ohne Frage. Verzweifeln Sie nicht, wenn die Einbindung nicht sofort auf Anhieb klappt. Notfalls gibt es ja immer noch ein paar gute hilfreiche Geister in der näheren Umgebung oder Freiberufler, die sich über einen kleinen Auftrag freuen.

Titelbild: Social Media Icons (Quelle+Download: deviantART)

Kommentare

    1. Guter Hinweis mit dem Facebook Logo. Das kam knapp nach Fertigstellung des Artikels.
      So wie ich das verstanden habe, gibt es aber eine Übergangsfrist zur Änderung der Einbindung in den eigenen Websites und Blogs. Wie lang, also bis wann die Frist ist, habe ich allerdings noch nicht gefunden.

    1. Hallo Siegmar Gebele,
      so ganz verstanden habe ich nicht, warum man (in Ihrem Artikel zu lesen) die Hinweise auf die eigene Facebook-Page oder den Twitter-Account weglassen soll. Ich sehe das eher als Möglichkeit an, um den Leser zu binden und für einen neuen Artikel wieder zu begeistern. Auf Facebook ist der Leser sowieso. Das kann ich nicht ändern und will es auch nicht. Aber was spricht dagegen, wenn durch ein Like zu meiner Fanpage eine Verbindung geknüpft wird, so dass ein Leser wieder kommt, weil er im Facebook-Stream meinen neuen Artikel angeteasert bekommen hat. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen Stammleser. Dafür muss er natürlich wissen, wo er liken soll.

      Wenn Sie mir Ihre Begründung nochmal darlegen würden, ohne negativ auf ein Zuckerberg-Imperium hinzuweisen, wäre das vielleicht ein Erkenntnisgewinn. Oder?

  1. Gute Übersicht! Aber bitte nicht vergessen, dass all die Sharing- und Like-Buttons auch mächtig Performance kosten. Die Seitenladegeschwindigkeit kann sich drastisch verringern, wegen all den externen .js Dateien die dafür eingebunden werden müssen. Das mögen die Benutzer nicht, und es ist auch für SEO kontraproduktiv. Imho sollte man sich deshalb für jedes Projekt gut überlegen, welche Sharing & Like Buttons man wirklich zur Verfügung stellen will, und nicht einfach alles reinknallen was es gibt. Wirklich gute Inhalte werden auch ohne Sharing-Button geshared, die User sind heute schlau genug dazu 😉

    1. Daher habe ich auch den Artikel von Perun.net mit in die Sammlung aufgenommen. Dort erzählt Vladimir, wie man statische Buttons einbindet.
      Danke für den Hinweis und das Lob, Peter Hadorn!

  2. danke für den hinweis, frau männl, ich hab’s noch mal etwas ‚entschärft‘. denn ich habe nichts gegen facebook. noch lieber als dort habe ich die leute aber auf meiner (deiner, ihrer) site!
    frau schwindt bringt es mit ihren ergänzenden hinweisen auf den punkt. share- und following-buttons sind nicht dasselbe. erstere bringen (bestenfalls) traffic zu mir, die anderen bringen traffic zu facebook, xing,…
    deshalb würde ich letztere immer möglichst dezent platzieren (nicht ganz weglassen).
    die kundenbindung geschieht letztlich nicht durch social media und die buttons, sondern durch wertvolle inhalte…
    best°sg

    1. Herr Gebele, ich verstehe immer noch nicht, warum man seine Hinweise zu seinen Facebook Accounts dezent platzieren soll. Aber das ist ja auch Ihre Meinung. Meine ist anders. Wer wem wo Traffic bringt ist Ihre Sorge? Ich glaube, dass ein durchschnittlich mit Besuchern gesegnetes Blog verschwindend wenig Traffic bei Klick auf einen Facebook-Button für Facebook bringt. Der Mehrwert, dass meine Besucher wissen, wo sich mich auf Facebook finden, wiegt das sicherlich auf.

      Die Unterscheidung von Following-Buttons und Sharing-Buttons sollte im Artikel wohl klar geworden sein. Es ist ja kein Buch, was ich geschrieben habe, es ist nur ein kleines Nachschlagewerk in Form dieses Artikels. Für Anfänger, denen es noch nicht klar ist, helfen weitere Artikel, die explizit auf den Unterschied eingehen. Das ist völlig richtig und ich erhebe auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weshalb ich mich über Ergänzungen in den Kommentaren immer freue – so wie Annette Schwindt das praktiziert hat.

  3. Guten Morgen aus Wien,

    auch wenn es ’nur‘ eine Ergänzung ist. Wer den XING-Share-Button nicht einbaut verzichtet auf eine statistische Auswertung der XING-Besucher, da Links aus der XING Timeline/Gruppen & Co. von Google-Analytics lediglich als Direct Links gemessen werden.

    War selber erstaunt wie viel Besucher aus der Plattform kommen, die zuvor unsichtbar waren.

    LG aus Wien
    Der MiSha

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