Im Vergleich zu statischen Websites bieten Facebook und Blogs die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen. Kommentare sind wertvoll. Interaktion ist das Zauberwort. Kommentare sind des Publizisten Brot. Meistens jedenfalls, wenn sie thematisch relevant sind.

Es gibt natürlich auch unpassende Kommentare. Was tut man denn da? Da ist Abwägen angesagt. Es gibt auch Beiträge, die man publiziert hat und es kommen gar keine Kommentare. Was heißt das? Muss man immer Kommentare bekommen? Ich antworte da: „Es kommt drauf an!“

Keine Kommentare, was heißt das?

Die gute Nachricht: keine Kommentare zu bekommen heißt nicht automatisch, dass es keinen interessiert, was ich geschrieben habe. Vielleicht habe ich ja schon alles gesagt? „No comment“ muss nicht Ablehnung bedeuten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Leserinnen und Leser nicht kommentieren, weil sie nicht öffentlich mit dem Thema in Verbindung gebracht werden möchten (das muss nicht immer etwas peinliches sein, „politische Themen“ wäre ein Beispiel). Es gibt 1001 Gründe, warum man keine Kommentare erhält. Solange die Seitenaufrufe (Blog) da sind, würde ich mir erstmal keine Gedanken darüber machen. Nicht jeder ist ein „Ich-auch-Typ“, der seine Zustimmung unbedingt äußern muss.

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Auf Facebook kann man bei einer Facebook-Page sehr gut sehen, wie viele Einblendungen das Posting erhalten hat; ebenso zählt natürlich auch jedes „Like“, also „Gefällt mir“ und jedes Teilen des Postings als Interaktion. Bei einem persönlichen Facebook-Profil ist das nicht überprüfbar.

Also machen wir uns auf den Weg und schauen, wie wir mehr Kommentare bekommen — wenn uns das wichtig ist.

Geheimtipp: mehr Kommentare bekommen

Gibt es wirklich Geheimtipps? Hauke Eilers von Tagestexte nannte so seine drei Tipps für mehr Kommentare.

  1. Leser aktiv einbeziehen
  2. Teilnahme an Aktionen
  3. Auf anderen Blogs kommentieren

Zu 1.) habe ich oftmals beobachtet, dass die Menschen sehr gern mit ihrem Wissen glänzen. Frage ich also nach Hilfe oder nach einem Kauftipp bzw. Erfahrungswerten, so werde ich (bei entsprechender Leserzahl bzw. Facebook-Fans) viele Kommentare erhalten. Bitte diese Kommentar-Fängerei nicht überstrapazieren, irgendwann ist man es auch leid, immer die „dusseligen Fragen“ zu beantworten.

Schön ist auch ein polarisierendes Statement. Wobei man dann darauf achten sollte, kein Wespennest zu treffen und viele unschöne Kommentare zu erhalten. Aber einer Kritik sollte man sich stellen. Viele Tipps hat dazu Dr. Kerstin Hoffmann auf Lager: Kommentare im Blog: Aktivieren und moderieren

Zu 2.): Aktionen sind eine spannende Geschichte. Blogstöckchen oder Blogparaden sind eine gute Möglichkeit, mit Menschen (virtuell) zusammen zu treffen, die dasselbe Thema interessiert. Bei Hauke Eilers in seinem o. g. Artikel habe ich übrigens die Blogparade Meine Tipps für mehr Kommentare entdeckt. Und da mache ich doch gleich mal mit. Ins Leben gerufen wurde sie von Martin Grünstäudl.

Blogparaden können also für mehr Besucher sorgen und damit die Chance erhöhen mehr Kommentare zu erhalten. Da denke ich auch sofort an die 90-9-1-Regel, die Jacob Nielsen im Jahre 2006 aufgestellt hat (beschreibt den Grad der Aktivität in Communities und Foren). Je 100 Besucher werde ich also nie 100 Kommentare bekommen. Steigere ich meine Besucherzahl um den Faktor 10, also auf 1000 Besucher, dann besteht die Möglichkeit, dass 10 Interaktionen passieren. Wobei nicht jede Reaktion ein Kommentar sein muss. Aber es wird sicherlich klar, worauf ich hinaus möchte.

Zu 3): Auf anderen Blogs zu kommentieren ist bestimmt eine gute Sache. Aber man darf sich nicht zuviel davon versprechen. Kommentiere ich bei einem sehr bekannten Blog, dann wird die Chance sehr gering sein, dass ich einen Rück-Kommentar auf meinem Blog bekomme. Wenn doch, dann hat jemand sein Community-Management im Griff. Nichts anderes ist es, die Kommentare zu verarbeiten, die man erhält. Ohne „Community“ gibt es weniger bis keine Kommentare. Eine Antwort auf meinen Kommentar im fremden Blog erwarte ich jedoch immer, wenn ich eine Frage gestellt habe. Jasmin Jodlauk hat dazu ihre Gedanken aufgeschrieben: Kommentare in Blogs – Warum kommentiere ich so wenig? (und natürlich erwarte ich jetzt unbedingt einen Kommentar von Jasmin).  😉

Die Verlagerung der Kommentare auf die Sozialen Netzwerke ist ein weiteres Phänomen, das viele Blog-Eigentümer beobachten. Wenn man damit leben kann und die Interaktion selber wichtiger als das „Wo“ empfindet, bestimmt nicht schlimm. Einziger Nachteil: die Diskussion in Sozialen Netzwerken verschwindet irgendwann (nach wenigen Stunden der letzten Interaktion). Was schade ist. Ich verlinke gern auf spannenden Diskussionen in Sozialen Netzwerken in meinem Blog. Eine „kleine“ Lösung und besser als nichts, finde ich. Eine Betrachtung dazu auch von Wenke Bönisch Blogperlenspiel: Wie wichtig sind Kommentare?

Ganz schlimm finde ich, unpassende Links in den Kommentar einzubinden, den man woanders schreibt. Aber auch thematisch passende Links können als sehr aufdringlich empfunden werden, wenn sie einfach so daherkommen und wie hingeklatscht wirken. Als Kommentator sollte man unbedingt drauf achten, sich damit nicht wichtiger als das Ursprungsposting zu machen.

Kommentar-Beispiel (negativ):

Jemand publiziert (Blog oder Facebook), dass er/sie zu einem tollen Event in 2013 fährt. Der Kommentator schreibt: „Da war ich schon in 2012 <Link>. Welche Wirkung hat das? Der Kommentar dient nur zur Eigendarstellung des Kommentators. Der Kommentator geht nicht auf mein Posting ein. Er könnte sich mitfreuen, könnte sagen, dass er auch wieder gern dabei wäre. Seinen Link (wenn es denn so ist), könnte er als hilfreichen Tipp darstellen: „Lies doch mal, was Dich erwartet, …“. Noch „edler“ finde ich, wenn das Mitfreuen öffentlich geschieht und der Kommentator mir seinen Link per Privatnachricht versendet. Im besten Falle kann ich dann nämlich den Link des Kommentators aufgreifen und selber posten. Wenn ich diesen als passend empfinde.

Weiterführend empfehle ich dazu Achtung, Trittbrettfahrer! – Teil 2: So vermeiden Sie, selbst zum Linkspammer zu werden von Dr. Kerstin Hoffmann.

Was erzeugt denn nun die meisten Kommentare?

Der Artikel selber! Nicht allein das Thema, sondern auch WIE der Artikel geschrieben ist. Ich möchte hier auf das Thema „Storytelling“ nur kurz eingehen. Viel besser kann das Caroline Kliemt mit „Drama, Baby!“. Es soll hier keiner zum Theater-Regisseur werden, aber die Inszinierung und der Spannungsbogen ist teilweise nicht unerheblich für eine Resonanz vom Leser. Da kann ich noch so viel andere Geheimtipps befolgen, wenn die emotionale Einbindung nicht stimmt, dann kommt eben kein Kommentar. Nicht für die Suchmaschinen schreiben, sondern für die Leser! Dann kommen die Kommentare von ganz allein, stelle ich jetzt mal die steile These auf.

Ein Klassiker hierzu ist die „liebevoll geschriebene Beschwerde“ an die Deutsche Bahn von Franzi Do auf Facebook (hätte übrigens auch ein Blogposting sein können). Hätte sie einfach nur herumgenörgelt, wäre der Kommentar vorhersehbar gewesen. Entschuldigung, blah, Besserung versprochen, blub usw. Aber so war der Kommentar der DB einfach nur genial. Es spielten dann auch noch Opel und Renault mit. Phantastische Dialoge. Ein Kommentator nimmt die Stimmung und Tonalität im Normalfall auf. Und aus einem Kommentar wird ein Dialog. Das ist das Ziel. Immer dran denken!

Auf jeden Fall nicht zwanghaft an Kommentare denken, wenn man einen Blogartikel oder ein Facebook-Posting schreibt. Die kommen von ganz allein. Wenn es passt. Es kann allein die Uhrzeit sein, die nicht passt, dass keine Kommentare kommen. Es liegt an so vielen Dingen. Und auf einmal kommen sie doch, die Kommentare. Da, wo man nie mit gerechnet hätte. Auch das passiert.

Kommentare

  1. Na jetzt muss ich ja… 😀
    Ein wirklich toller Artikel, der das ganze mal aus anderer Sicht betrachtet.
    Mir ist übrigens auch aufgefallen, dass ich bei Facebook, Twitter & Co. wesentlich häufiger kommentiere als in Blogs. Das finde ich irgendwie interessant, warum bei Blogs die Hemmschwelle größer ist, müsste ich für mich mal herausfinden.
    Danke für die verlinkten Artikel, da habe ich wohl in den nächsten Tagen was zu lesen. 🙂

    1. Danke für Deinen Kommentar, Jasmin. 😀
      Ich habe eben gerade auf einem anderen Blog kommentieren wollen, ohne Login. Aber nachdem ich die 3 Felder (Name, E-Mail, URL) ausgefüllt hatte, kam immer die Fehlermeldung, ich sollte mich doch bei WordPress anmelden. Das war supernervig. Bei Facebook (und anderen Social Networks) habe ich solche Probleme nicht. Da ist die Hürde einfach viel niedriger. Ich kenne das Kommentarfeld und mache mir keine Gedanken über technische Gegebenheiten. Vielleicht ein Grund, warum es einfacher scheint, dass man mit Facebook lieber kommentiert als auf dem Blog selber.

    2. Ach und noch etwas fällt mir ein:
      Man bekommt auf Facebook eine Benachrichtigung (je nach Einstellung), wenn jemand danach kommentiert/geliked hat. Das ist schnell nachzuvollziehen. Wenn ich auf einem Blog eine Benachrichtigungsmöglichkeit abonnieren kann, dann muss ich erst die E-Mail bestätigen und muss jedes Mal wieder im E-Mail-Kästchen nachschauen, ob etwas Neues gekommen ist. Dann wieder den Link zum Blog klicken, aufrufen, herunterscrollen … alles ziemlich umständlich! Da hat Facebook wirklich einen Vorteil.

  2. Hallo Nicole,

    das ist wirklich ein spannender Artikel mit vielen Impulsen. Die weiterführenden Links werde ich mir bald mal näher anschauen.

    Hmmm.. kann es sein, dass du meine Kommentarfunktion meinst mit Anmeldung und so 🙂 Obwohl ich schon länger damit übersiedeln wollte, liegt der Blog immer noch auf wordpress.com, was sich aber bald ändern wird. Derzeit kann ich deshalb leider nicht das Kommentarplugin wechseln. Das haben andere auch schon kritisiert. Aber jetzt werde ich mich sicher bald mal durchringen 🙂

    Liebe Grüße und danke für die Teilnahme
    Martin

    1. Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, Martin! Und für das Initialisieren der Blogparade – großartig.
      Es freut mich sehr, dass Du meinen Artikel spannend findest und auch den Links folgen möchtest.

      Ja, ich meine – auch – Dein Kommentarfeld. Es ist mir allerdings auch schon mal woanders passiert. Nur, da es hier um Kommentare geht, fiel es mir beim Kommentieren bei Dir heute erst wieder so richtig auf.

      Ich habe neulich (wieder woanders) auch einen Kommentar nicht absetzen können, da ein Captcha nicht mitspielte. Alles sehr ärgerlich, denn dort habe ich meinen Kommentar einfach verloren. Und ich hatte mir solche Mühe bei der Formulierung gegeben. Bei Dir habe ich die Alternative „Twitter“ zum Verifizieren gewählt. War das einfachste, was eine schnelle Lösung brachte – aber natürlich nicht optimal ist.

      Viel Erfolg beim Umzug, ich kann es Dir empfehlen, wenn Du mehr als den „Standard“ möchtest. Wenn Du eine optimale Kommentarlösung für Dich gefunden hast, lass es mich bitte wissen. Danke!

  3. Hallo Nicole,

    der Blogpost ist super geworden. Sauber recherchiert (so viele aktuelle Blogposts 😉 auf die verwiesen wird), unaufgeregt und doch packend geschrieben.
    Und Martin möchte ich Mut machen: WordPress-Blog selbst hosten ist grandios. Google liebt es. Unbedingt auch das Yoast-PlugIn installieren.

  4. Vielen Dank für den guten Beitrag.
    Speziell der Hinweis, werthaltige Artikel zu schreiben, ist glaube ich wichtig. Bei allen Tipps und Tricks darf man natürlich nicht vergessen, dass nur guter Content wirklich Interaktion mit den Nutzern bringen kann!
    Viele Grüße,
    Leonie Walter

    1. Danke, Leonie! Das kann man gar nicht oft genug betonen.
      Dann weise ich auch gern noch auf den Artikel von Euch hin:
      Denn natürlich schaue ich auch immer, wer hier kommentiert. Meine Wertschätzung eben …

    1. Sehr gern geschehen, Leonie! Freude freut mich immer am meisten! „The best things in life are free“ – meistens jedenfalls – aber so wertvoll. Dazu gehören Linktipps und Vernetzung. Viele Grüße zurück!

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