Haben Sie schon von Instagram gehört? Nutzen Sie es bereits? Instagram ist ein Bilderdienst in Social Media, der zunächst vielleicht so erscheint, als seien dort viele Privatnutzer, um ihre Fotos mit den Speisen, die sie gerade verzehren zu posten. Oder als ob alle Reiseblogger dieser Welt auf Instagram ihre Fotos über Nah- und Fernreisen posten. Überhaupt: Blogger – so wie ich auch als Auto-Bloggerin – sehen mittlerweile Instagram als einen sehr wichtigen Kanal zur Distribution der emotionalen Fotos, die sie erstellen. Doch wie sieht es mit den Firmen aus, die sich auf Instagram bewegen? Lohnt sich das, wenn man dort Bildchen postet?

Instagram für die Marke und/oder Produkt

Vorüberlegungen
Die erste Voraussetzung, ob man bei dem Spielchen mitmischt, ist eine kritische Selbstbetrachtung der Firma. Passt das zur Firma oder zu einem Produkt? Wenn Sie dieses mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten können, dann überlegen Sie weiter.

Gedanken zu Inhalten
Welche Inhalte sollen publiziert werden? Überlegen Sie gut, ob Sie regelmäßig „Material“ haben, das Sie posten können.

Manpower – wer macht’s?
Bevor Sie anfangen, beantworten Sie die wichtige Frage, wer diesen Kanal aufbaut und betreut. Das ist kein Fulltime-Job, aber eine gewisse Affinität zur Plattform ist notwendig.

Was bringt uns Instagram?
Als letzte Überlegung, ob Instagram passt, sollten Sie ein erstes Konzept entwerfen, wie Sie vorgehen möchten. Eine Vorabrecherche, was dort „angesagt“ ist und was ein „No-Go“ ist, bitte nicht vergessen. Es gibt gewisse „Spielregeln“, die ungeschrieben sind, wenn Sie Spaß und Erfolg haben möchten.

instagram Mercedes-Benz
Es bringt zwar nicht unbedingt sofort Klicks für die Website oder das Blog, aber als Instrument für das Firmen- oder Produktbranding ist Instagram ideal. Darum nutzen Accounts wie Mercedes-Benz, Coca-Cola und Intel (siehe Screenshots) die Interaktions-Plattform Instagram als Kanal. Von Mercedes-Benz ist sogar bekannt, dass sie einen der ersten Business-Kanäle auf Instagram hatten und ihren Kanal bevorzugt vor ihrer Facebook-Page hegen und pflegen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Durchschnittlich (auf den ersten kurzen Blick in die neuesten Postings) ist ein gutes Instagram-Foto mit mehr als 50.000 Likes und über 1.000 Kommentaren versehen. Ausreißer nach oben und leicht nach unten gibt es ebenso. Über 1,5 Millionen Instagram-Follower sind ein Mega-Erfolg.

instagram Coca-Cola
Emotional gibt Coca-Cola den Ton an. Zwar sind es „nur“ 361 Fotos auf dem internationalen Channel, aber mit denen hat Coca-Cola über 417.000 Follower gewonnen. Wenn das kein Kommitment zum Produkt bzw. der Marke ist, dann weiß ich es auch nicht mehr. Auch die Reaktionen der Mit-Instagrammer sind reichlich vorhanden.instagram Intel
Selbst Intel hat seine Fan-Basis auf Instagram geschaffen. Sie zeigen eben keine langweiligen Prozessoren, sondern emotionalisieren und demonstrieren, was man mit der Technik „inside“ alles anfangen kann. Bei manchen Firmen heißt es also „um die Ecke denken“, was man zeigt.

Instagram versus Facebook

Was alle drei Beispiele gemeinsam haben: die Followerzahl auf Instagram ist weitaus höher als die auf Facebook bei den vergleichbaren Facebook-Pages. Das liegt zum einen daran, dass Facebook die Postings der Pages nicht allen Nutzern zeigt, die die Page mit einem Like versehen haben. Bei Instagram wird ungefiltert jedes Foto angezeigt – von den Accounts, die man abonniert hat.

Auch der „virale“ Effekt scheint bei Facebook geringer ausgeprägt zu sein, denn es gibt das Element „Hashtag“, das auf Instagram sehr gut funktioniert. #MBcar ist ein vereinbarter Hashtag (Raute plus Begriff), das Mercedes-Benz nutzt, um Fotos aufzuspüren, die sie auf ihrem Channel reposten dürfen, mit Namensnennung bzw. Erwähnung des Accounts. Leider ist das Teilen (Sharing) des Fotos nicht so einfach wie auf Facebook, das ist der einzige Nachteil, den ich auf Instagram sehe. Der Vorteil daran ist, dass man nicht immer dieselben Fotos auf der Startseite hat. Auch wiederum gut.

Instagram versus Twitter

Spiegel Online berichtete „Nutzerzahlen: Instagram überholt Twitter“ und bringt Vergleichszahlen. 300 Millionen Instagram Nutzer (in 2014 waren es noch 200 Millionen) mit einem phänomenalem Wachstum. Instagram wurde übrigens 2013 von Facebook gekauft. Twitter hat – laut Spiegel Online – 284 Millionen Nutzer. Wieviele davon aktiv sind, wird uns nicht verraten. Aber bei Instagram werden täglich (!) 70 Millionen Fotos und (Kurz-) Videos geteilt.

Instagram für Unternehmen – Ja oder Nein?

Beim Lesen dieses Artikels bekommt man doch Lust darauf, bei Instagram mitzumischen, oder? Mein Tipp für Sie: fangen Sie mit einem privaten Account an und folgen (followen) Sie den Accounts, die für Ihre Branche interessant sind. Nehmen Sie dann noch ein paar persönliche Interessen dazu und werden Sie Fan von Produkten, die Sie besonders mögen – oder auch nicht mögen. Das ist der Anfang. Wenn Sie ein Gefühl für Instagram bekommen haben, sich mit den Gepflogenheiten vertraut fühlen, dann fangen Sie an, selber etwas zu posten, das Ihnen gefällt und was zu Ihnen passt. Wenn jetzt der „Knoten platzt“ und Sie sich wohl fühlen, Spaß haben, dann fangen Sie mit den Überlegungen für Ihr Business, Ihre Firma oder Ihr Produkt an. Holen Sie sich gegebenenfalls fachliche Hilfe von Freiberuflern oder Experten, um dem Konzept für Ihren Instagram-Kanal den besten Schliff zu geben – und dann legen Sie los. Viel Erfolg und Happy Pictures wünscht Ihnen „enypsilon“ auf Instagram.

 

Kommentare

  1. mit mercedes, intel und coke können wir jetzt nicht mithalten, aber mit stiegl bin ich seit rund 1 1/2 jahren auf instagram unterwegs (http://instagram.com/stieglbrauerei) und kann aus unternehmenssicht nur positives sagen.

    wir haben jetzt etwas mehr als 2.000 follower und haben für unsere 184 bilder insgesamt 19.000 likes gesammelt. besonders interessant ist der fakt, dass es bei instagram bereits über 14.000 bilder gibt, die mit dem hashtag „stiegl“ versehen wurden, ohne, dass wir es in irgendeiner weise beworben hätten.

    für uns ist es auch eine super einfache (und kostengünstige) möglichkeit, mit stiegl-fans aus den usa & kanada in kontakt zu treten.

    instagram hat bei uns innerhalb kürzester zeit twitter „überholt“. auch, weil man dort die (jungen) endkonsumenten findet.

    1. Lieber Jochen, das freut mich sehr, dass Stiegl so erfolgreich ist, Danke für die informativen Zahlen und Fakten. Euch weiterhin viel Erfolg, schade, dass ich kein Bier trinke, aber dennoch beobachte ich gern solche Beispiele.

    2. Hallo Jochen,
      Habt wie konntet Ihr die Zahlen ermitteln ? Hat es dazu spezielle Tools? Bin gerade auch dabei ein Profil aufzubauen und würde gerne Zahlen zum Analysieren und Argumenttieren vorlegen.
      Liebe Grüße

  2. Ein schöner Artikel für den Einstieg. Man sollte darauf hinweise unbedingt die Bilder NUR mit der original Instagram App hochzuladen. Es gibt zwar schon 3. Anbieter Tools diese verstoßen aber gegen die AGB. So wurde schon mancher Account unmittelbar gesperrt.

    1. Merci für das Kompliment, Rouven! Freut mich sehr. Der Tipp zum Hochladen der Fotos/Bilder ist spitze, Dankeschön. Ich hatte noch nie daran gedacht, ein anderes Tool zu verwenden, aber gut zu wissen, dass man danach auch erst gar nicht suchen sollte.

  3. Als Social Media Agentur gestalten wir bereits seit 2013 Kampagnen auf Instagram. Im Vergleich zu Facebook, Twitter und Google+ spüren wir jedoch, dass immer noch sehr viele Unternehmen mit diesem Netzwerk fremdeln. Egal ob Facebook, Instragram oder Corporate Blog – wer digital erfolgreich sein möchte, braucht Mut und kreative Ideen.

    1. Als Beraterin Social Media fällt mir das auch auf. Manchmal ergeben sich die Kundenwünsche und -anforderungen erst mit der Zeit. Meistens auch erst, wenn ein Mitbewerber mit etwas erfolgreich ist. Toll, wenn eine Firma auch mal etwas ausprobiert und mit zu den Ersten gehört, obwohl sie noch keinen ROI auf Anhieb sieht. Erfahrungen sind nämlich auch Gold wert – wenn es thematisch passt. Aber dafür müssen die Entscheider offen sein und Mut haben. Andersherum ist es auch gut, dass nicht jeder gleich alles mitmacht. Das kommt auch ganz auf die Firma drauf an. Eine individuelle Betrachtungsweise ist nötig.

  4. Wir sind ein Roboter und Automatisierungsunternehmen.
    Bisher hat uns Facebook und Youtube Freunde und Kunden gebracht. Mit dieser Anleitung habe ich ein klares Bild, wie ich mich dieser Platform vernünftig nähern kann um nicht nur Werbung zu machen, sondern Freude an der Technik zu verbreiten. Danke für den gut lesbaren und verständlichen Artikel.

    1. Das freut mich sehr, dass mein Artikel so hilfreich ist. „Freude an der Technik“ zu verbreiten ist ein tolles Ziel für einen Instagram Account. Viel Erfolg dabei. Sie können mich ja auf Instagram mal hinzufügen, dann folge ich zurück. @enypsilon. Ich freue mich drauf.

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